Zweiter Weltkrieg: Geheimagentin Marie-Madeleine Méric gegen Hitler



Gabriel Rivière staunte nicht schlecht: “Mein Gott, es ist eine Frau!” Erst vor ein paar Tagen waren der schnurrbärtige Offizier der Handelsmarine und ein Bekannter für den Agentenring “Croisade” (“Kreuzzug”) angeworben worden. Nun, im Dezember 1940, sollten beide dem lokalen Oberhaupt des geheimen Netzwerks begegnen.

Der Treffpunkt war ein Café in der wichtigsten Hafenstadt im unbesetzten, von NS-Deutschland abhängigen Vichy-Frankreich unter Marschall Pétain: Marseille. Die Person, die den Männern entgegentrat, hieß amtlich Marie-Madeleine Méric, aber fast alle ihre Mitstreiter kannten sie als “Igel”, später auch als “POZ 55”. Nach einem kurzen Gespräch hatte man die Tarnung für die künftigen Aktionen beschlossen: Die Widerständler erwarben einen Großhandel mit Obst und Gemüse, der auch unauffällige Kontakte in den Hafen erlaubte.

“Igel” war in Marseille geboren. Aber das erzählte sie den neuen Agenten nicht – je weniger private Details, desto besser. So hatte sie es seit 1936 gelernt, als

Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 5/2019.



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